Durch den Ellernbruch und das alte Dorf Kirchweyhe
Wir starten bei der Sudweyher Wassermühle, gehen Richtung Sudweyhe und biegen nach links in „Achter de Beeke“ ein. Die Beeke entlang geht es an den alten Bauernhöfen von Sudweyhe vorbei, die „Finterei“ lohnt einen kurzen Abstecher, stehen hier doch schöne Fachwerkhäuser. Wir überqueren die Gleise der Kleinbahn von Huchting nach Thedinghausen und sehen von hier aus den Sudweyher Bahnhof. Schließlich wenden wir uns nach links, vor uns ein stattliches Anwesen, und wandern bis zur Hache. Links sehen wir meist einige exotische Tiere, die hier in einem kleinen „Privatzoo“ gehalten werden. Eine Brücke führt über die Hache, wir gehen auf die Felicianuskirche zu und passieren dabei einen Gedenkstein zur Erinnerung an die erste urkundliche Erwähnung Weyhes. Wir schauen uns den Turm der Kirche an, das älteste Gebäude Weyhes. Wir gehen über den alten Kirchhof an der Kirche entlang zum „Kirchplatz“, halten uns hier links und passieren dabei zwei Bauernhöfe. Rechts von uns liegt jetzt der Kirchweyher See, in den Süstedter Bach und Hache münden. Danach heißt der Fluss dann Ochtum. An der Einfallsstraße nach Kirchweyhe angekommen, wenden wir uns nach links und gehen bis zum Kriegerdenkmal. Dort überqueren wir vorsichtig die Straße und nehmen den Fußpfad gegenüber, den „Kirchweg“. Wir treffen bald auf den „Dobbenweg“, gehen nach rechts bis zur Straße „Scharmarsch“. Wieder geht es nach links, bis wir die Dorfstraße erreichthaben. Wir schlagen den Bogen nach links, bis wir wieder auf die Kirchweyher Straße treffen. Wir überqueren sie, nehmen den Wischweg, biegen am Ende links ein und dann wieder rechts. Schließlich haben wir wieder den Weg, der zur Felicianuskirche führt, erreicht. Wir halten uns rechts, queren diesmal nicht die Hache, sondern folgen dem Weg durch den Ellernbruch. Zuletzt erreichen wir die Straße „Im Mühlengrunde“ und kehren nach links zum Ausgangspunkt zurück. Auf diesem kurzen Spaziergang, der wegen meist matschiger Stellen im Ellernbruch festes Schuhwerk erfordert, sehen wir die alten Bauernhöfe Sudweyhes und Kirchweyhes. Mit Glück schaut gleich bei der ersten Klöntür ein Pferd heraus. An der Beeke mussten einige Bäume gekappt werden. Die zum Teil hohen Stümpfe stehen noch und bieten vielen Tieren Unterschlupf. „Die Finterei“ versammelt ein Ensemble von Fachwerkgebäuden, wobei eins ein alter Hof ist, der an der Kirchweyher Straße abgetragen wurde. Nach dem letzten Hof befinden wir uns auf einem uralten Verbindungsweg zur Kirche, den die Sudweyher Kirchgänger zurücklegten. Auf dem Weg an den alten Höfen Kirchweyhes vorbei stellen wir fest, dass die Kirche doch einmal mitten im Dorf lag. Der Fußweg „Kirchweg“ führt bis zur Dorfstraße, dessen Verlängerung Schulweg führt über die Grundschule zur Moordammbrücke. „Am Dobben“ sehen wir einen Hof, der erhöht auf einer „Wurt“ liegt, denn hier befanden sich alte Weserarme, die früher für Überschwemmungen sorgten. Heute sorgen Gräben für die Entwässerung. Der Ellernbruch (Ellern=Erlen) ist ein altes Wäldchen, das im 18. Jahrhundert als Gutspark angelegt wurde. Kurz hinter der Brücke stehen einige gigantische Buchen. Gegenüber der Wassermühle befindet sich ein altes Anwesen, das Sudweyher Gut, heute leider ohne Herrenhaus, das wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Auf dem Gelände wurde 2020 eine Seniorenresidenz errichtet. Die Wassermühle ist Veranstaltungsort der Gemeinde Weyhe. Am Wochenende ist die Mühle meist für Ausstellungen geöffnet. Und am Sonntagnachmittag öffnet das Café im“ Kulturbahnhof Sudweyhe“. Die Tour finden Sie auch bei Komoot. Sicherheitshinweise: auf der gesamten Tour gilt der Hinweis, dass die Wege auf eigene Gefahr begangen werdenes wird keine Garantie zur Benutzbarkeit der Wege übernommenin den Städten/Orten gilt generell erhöhte Aufmerksamkeitauf der Tour muss mit Gefahrenstellen gerechnet werden, wie z.B. Poller, Umlaufsperren und ungesicherten Querungen
Stationer (3)
- 1Wassermühle Sudweyhe
Die unterschlächtige Wassermühle befindet sich im Ortsteil Sudweyhe, in der Straße "Im Mühlengrunde". Das restaurierte, an der Niedersächsischen Mühlenstraße gelegene Baudenkmal bildet zusammen mit einer Fachwerkscheune den „Mühlenhof Sudweyhe“. Hier hat die Gemeinde Weyhe 1982-84 ein Kulturzentrum eingerichtet, das bis heute von ihr betrieben wird. Umgeben ist das Ensemble von dem Wäldchen „Ellernbruch“ und dem ehemaligen Müllergarten, der in den Sommermonaten mit Open-Air-Konzerten zahlreiche Besucher anlockt. Seit über 10 Jahren treffen sich Bildhauer zu einem Symposium auf dem Außengelände und gestalten Skulpturen und Objekte.
Die zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtete Mühlenscheune bietet Raum für Kleinkunstveranstaltungen und Filmvorführungen. Darüber hinaus ist sie ein begehrter Treffpunkt für Vereine und Interessengruppen. Das Mühlengebäude beherbergt das Bildarchiv des Weyher Gemeindearchivs und ein kleines Museum, das Einblicke in die erhaltene Mühlentechnik bietet. Im Obergeschoss finden regelmäßig Kunstausstellungen mit Künstlern aus der Region statt.
Um 1260 gehörte „die Mühle“ in Weyhe zum Lehnsgut Heinrichs des Bogeners, eines Grafen von Oldenburg-Wildeshausen. Vermutlich handelte es sich um eine Vorgängerin der heutigen Wassermühle, die bereits in den 1420er Jahren und noch im 17. Jahrhundert der Lehnsherrschaft des Bremer Erzbischofs unterstand. Die 1963 stillgelegte und 1981 von der Gemeinde Weyhe erworbene Kornmühle war Teil des benachbarten Gutsbetriebes. Das heutige Gebäude entstand in vier Bauphasen: um 1819 (südwestlicher Trakt mit Mansard-/Krüppelwalmdach), ca. 1853 (östlicher Fachwerkanbau), 1869-70 (Wasserwand) und 1907 (Rotsteinanbau).
Betrieben wurde die Sudweyher Wassermühle von Bediensteten der Gutsherren oder von Zeitpächtern. Ein 1653 veröffentlichter Merian-Stich bietet die älteste bildliche Darstellung der Mühle und zeigt, dass der Fachwerkbau zu jener Zeit über drei Wasserräder verfügte. Durch umfassende Modernisierungsmaßnahmen erfolgte 1869/70 eine Reduzierung auf zwei größere Wasserräder, die jeweils zwei Mahlgänge antrieben.
1907 wurde ein 20-PS-Sauggasmotor der Gasmotorenfabrik in Köln-Ehrenfeld in dem damals entstandenen Rotsteinanbau installiert. Hintergrund für die Modernisierungsmaßnahme war der Schweinemastboom in und um Weyhe, der zur Gründung mehrerer Motormühlen führte. Die naturkraftunabhängigen Mahlbetriebe bildeten eine starke Konkurrenz und zwangen den Gutsmühlenpächter zum Handeln. Der damals beschaffte Sauggasmotor wurde um 1930 durch einen 28 PS starken Elektromotor ersetzt.
In der Mühle wurden bis zu ihrer Schließung sowohl Viehfutterschrot als auch Backschrot und Feinmehl hergestellt. Im 17. Jahrhundert war neben den Kornmahlgängen zeitweise auch eine Ölmühle installiert. Nachdem 1696 Weipart Ludwig von Fabrice, Vizekanzler des Celler Herzogs Georg Wilhelm, das Gut und die Mühle erworben hatte, ließ er, separiert von den Mahlgängen, eine Walkanlage einbauen. Das Walken von Wollstoffen, die vornehmlich von Bremer Tuchmachern gefertigt wurden, blieb eine auf wenige Jahrzehnte beschränkte Episode.
Für die Feinmehlproduktion aus Weizen und Roggen wurden in den 1950er und 60er Jahren drei Walzenstühle eingesetzt, gekoppelt mit Windfege, Getreidereinigung und Plansichter. Bei ausreichender Wassermenge konnten täglich 1,5 t Getreide zu Feinmehl verarbeitet werden. Die Mühle verfügt heute über ein unterschlächtiges Wasserrad aus Stahl - mit einem Durchmesser von 4,65 m.
Mühlenscheune: Das gern und oft als „Backhaus“ bezeichnete Nebengebäude der Wassermühle wurde um 1807 errichtet. Es diente als Scheune und Viehstall, im zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiterlager, nach 1945 als Bäckerei und Mietwohnung. Vorgängerbau war vermutlich ein 1702 erbautes Walkhaus, in dem bis in die 1730er Jahre der Walkmüller wohnte. Auch Tuche wurden dort zwischengelagert , die in der kurzzeitig bestehenden Walkmühle bearbeitet worden waren oder werden sollten. Um 1738 ist davon die Rede, dass der Gutsgärtner die Wohnräume als Unterkunft nutzte.
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- 2Felicianus Kirche Kirchweyhe
Von diesem Ursprungsbau ist der wuchtige Turm, der heute als ältestes Bauwerk der Gemeinde Weyhe gilt, erhalten.
Der Name „Felicianuskirche“ geht auf deren mittelalterlichen Schutzpatron zurück, den heiligen Felicianus aus Folignio in Umbrien. Dort, unweit von Assisi, soll er als Bischof gewirkt haben. Nach einer Legende fiel er 249 im hohen Alter von 94 Jahren der Christenverfolgung zum Opfer. Wann der Märtyrer, dessen Name „der kleine Glückliche“ bedeutet, zum Schutzheiligen des Kirchweyher Gotteshauses wurde, ist unklar. Fest steht hingegen: Nachdem Weyhe um 1530 von der Reformation erfasst worden war, geriet das Patrozinium in Vergessenheit.
Im Jahr 1662 gab der Sudweyher Gutsherr Dietrich Frese den Bau einer Orgel – „zur Ehren Gottes“ – in Auftrag und stiftete sie der Felicianuskirche. Das Instrument verfügte über 15 Register und war vermutlich die erste Orgel in der Geschichte des dörflichen Sakralbaus.
1858 musste das Kirchenschiff „wegen drohenden Einsturzes der Gewölbe“ geschlossen werden. Gegenüber dem Pfarrhaus wurde eine Notkirche aus Holz errichtet, in der fünf Jahre lang Gottesdienst gehalten wurde. Der damalige Pastor, Superintendent Arnemann, bezeichnete die Kirche zwar als „altes schönes monumentales Gebäude“ und räumte ein, dass sie „der Reparatur fähig“ sei, doch angesichts der stark angewachsenen Gemeinde habe man sich für einen größeren Neubau entschieden.
Mit den Planungen für „eine monumentale gewölbte Kirche in gothischem Style“ wurde der Bremer Bauinspektor Simon Loschen beauftragt. Der Architekt hatte sich durch Projekte in Bremerhaven einen Namen gemacht und war ein herausragender Vertreter des neogotischen Bauschaffens. 1861 konnte mit den Arbeiten begonnen werden, die größtenteils von ortsansässigen Handwerkern ausgeführt wurden. Am 23. November 1861 sollte das Richtfest stattfinden, doch gegen zehn Uhr morgens stürzte ein Gerüst im Chor ein. Drei Bauarbeiter starben, vierzehn weitere wurden verletzt. Das schwere Unglück löste eine Welle der Hilfsbereitschaft in Weyhe und seinem Umland aus.
Am 27. Juni 1862 konnten die Gewölbe geschlossen werden, im Dezember war das neue Kirchenschiff fertig gestellt, das 1200 Menschen Platz bot. Die Einweihungsfeier fand am 4. Januar 1863 unter großer Beteiligung der Bevölkerung statt.
Mit dem Neubau des Kirchenschiffs, das dem alten, wuchtigen Turm angefügt wurde, traf der Kirchenvorstand zugleich die Entscheidung für eine neue und größere Orgel. Den Auftrag erhielt der Orgelbauer J.H. Rohdenburg aus Lilienthal, der ein Instrument mit 19 Registern und zwei Manualen schuf. Der Orgelprospekt wurde wie das Kirchenschiff selbst in gotischen Formen gestaltet. Im Sommer 1864 konnte das Instrument aufgestellt werden.
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche durch Bodenkämpfe zwischen britischen und deutschen Truppen in Mitleidenschaft gezogen. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in der Nachkriegszeit konnten die erforderlichen Reparaturarbeiten nur notdürftig erfolgen. Zug um Zug fand seit 1960, beginnend mit der Turmuhr und dem Wetterhahn, eine umfassende Renovierung statt. Unter anderem wurden die Emporen entfernt, das über und über geflickte Turmdach neu gedeckt, der Chorraum umgestaltet und die Orgel instandgesetzt. Am 16. Mai 1971 konnte die Felicianuskirche neu eingeweiht werden. Seither wurden weitere Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudes ergriffen.
Mitte der 1990er Jahre beschloss der Kirchenvorstand, den Loschen-Bau mit einer größeren Orgel auszustatten. Benefizkonzerte, Aktionen und Spenden machten es möglich, die Schweizer Firma Kuhn mit dem Bau zu beauftragen. Im April 2006 konnte das neue Instrument eingeweiht werden. Seither erklingt in der Felicianus-Kirche die exzellente, weit über die Grenzen Weyhes hinaus bekannte Kuhn-Orgel, deren Prospekt sich hervorragend in das neugotische Kirchenschiff einfügt.
Kurzer Abriss der Geschichte
772-804 Karl der Große unterwirft die Sachsen. Die Christianisierung unserer Region nimmt ihren Anfang.
Um 860 Erste schriftliche Erwähnung der Siedlungsbereiche Kirch- und Sudweyhe - als „Wege villa publica“.
Um 1250 In der Bremer Weserbrückenliste werden zwei Dörfer Weyhe („due ville Weye“) erwähnt, in einer weiteren Quelle erstmalig Kirchweyhe („Kerckweyge“). Mitte des 13. Jahrhunderts soll auch der spätromanische Bau der Felicianuskirche errichtet worden sein.
1527 1. August: In einer Urkunde wird Sankt Felicianus als Patron der „Kerken tho Weyge“ bezeichnet. Als Pfarrer amtiert Johann Dörgeloh. Noch ist die Reformation des Kirchspiels nicht vollzogen.
1621 Die ältesten erhaltenen Altarbilder entstehen. Sie werden von Georg (Jürgen) Berger geschaffen, Hofmaler des Osnabrücker und Verdener Bischofs Philipp Sigismund. Möglicherweise sind die ursprünglich sieben Ölgemälde von dem Sudweyher Gutsherrn Johann Frese gestiftet worden.
1650 Das Gewölbe des Kirchenschiffs zeigt tiefe Risse. Um den Einsturz zu verhindern, werden Pfeiler eingezogen.
1662 Der Weyher Gutsherr Dietrich Frese stiftet die vermutlich erste Orgel.
1675 Pastor Andreas Pflug stirbt am 5. Dezember, nachdem er 37 Jahre in Weyhe gewirkt hat. Sein Porträt befindet sich noch heute in der Felicianuskirche.
1727 Beide Glocken werden unter Verwendung ihrer Vorgänger neu gegossen. Die Jahrhunderte bis zum Kirchenjubiläum 2013 wird nur die größere Glocke überdauern.
1776 Ein Großbrand wütet rund um die Kirche. Unter anderem werden das Küster- und das Pfarrhaus zerstört. Wertvolle Akten und sämtliche Kirchenbücher gehen verloren.
1840 Umfangreiche Reparaturen am Kirchturm. Die alten Dachpfannen werden durch „Rotschiefer“ (Sandstein) ersetzt.
1858 13. März: Felicianuskirche wegen Baufälligkeit polizeilich geschlossen.
1861 Frühjahr: Unter Aufsicht des Bremer Architekten Simon Loschen werden die Bauarbeiten am neuen Kirchenschiff aufgenommen.
1863 4. Januar: Einweihung des Neubaus
1865/66 Schließung des Friedhofs an der Kirche und Anlage einer neuen Begräbnisstätte am Rand des Kirchweyher Geestfeldes.
1877 11. August: Turm durch Blitzschlag beschädigt. Der Helm wird mit Schiefer neu gedeckt, da sich die 1840 verwendeten Sandsteinplatten nicht bewährt haben.
1908 Ausmalung des Kirchenschiffs durch Leonhard Gunkel, Lehrer am Gewerbemuseum in Bremen
1923 Ostern: Weihe der neuen kleinen Glocke, gestiftet von Amerika-Auswanderern. Die Vorgängerin hat die Gemeinde im Ersten Weltkrieg abliefern müssen.
1927 Der Turm erhält ein Kupferdach.
1934 Auch die Helme der vier Treppentürme werden mit Kuper gedeckt.
1945 April: Am Kirchengebäude entstehen Schäden durch Panzer- bzw. Artilleriebeschuss. In der Nachbarschaft werden acht Gebäude zerstört.
1954 Weihe der neuen kleinen Glocke. Die 1923 gestiftete Vorgängerin ist im Zweiten Weltkrieg für Rüstungszwecke eingezogen worden.
1971 16. Mai: Neueinweihung der seit den frühen
1960er Jahren renovierten Kirche.
2006 Einweihung der neuen Orgel
↓ 12 Min. zu Fuß (854 m) til næste station
- 3Ellernbruch
Hierbei handelt es sich um ein schmales Waldstück am Geestbach „Hache“, das sich nördlich der Sudweyher Wassermühle erstreckt. Der von Erlen (Ellern!), Buchen und Eichen geprägte Laubwald im Ortsteil Kirchweyhe ist Teil eines seit dem frühen 18. Jahrhundert geschaffenen Landschaftsparks.
Im nördlichen Abschnitt, d.h. zwischen der 1910 fertiggestellten Kleinbahnstrecke und der Fußgängerbrücke am Denkmal „1100 Jahre Weyhe, gab es bereits um 1700 ein kleines Gehölz. Es gehörte der Familie von Hademstorf. Sie besaß einen Gutshof an der Felicianuskirche und das Finterei-Gut in Sudweyhe, dem der größte Teil des heutigen Ellernbruchs angehörte.
Nur eine Wiese, die unmittelbar an der heutigen Straße „Im Mühlengrunde“ lag, zählte wie auch die angrenzende Wassermühle zu den Besitzungen des großen Sudweyher Gutshofes, damals Eigentum des Oberhauptmanns August Christian von Fabrice. Auf Plänen des 18. Jahrhunderts wird diese Wiese wahlweise „Kahlenbruch“ oder „Mühlenbruch“ genannt. Anfang November 1750 wurde sie „wegen der schlechten daraus aufkommenden Gräserey“ mit Erlenheistern bepflanzt. Nachdem August Christian von Fabrice Ende 1750 auch das Finterei-Gut erworben hatte, ließ er zunächst die Hache unterhalb des „Kahlenbruchs“ begradigen. Im November 1751 folgte die Anpflanzung einer Erlenallee, die bis zu „Hademstorfs Holz“ führte. Es waren eben diese und die im Jahr zuvor gesetzten „Ellern“, die dem Waldstück ihren späteren Namen gaben.
Stück für Stück wurde das Terrain weiter aufgeforstet. So zum Beispiel Ostern 1766, als der Gutsverwalter auf einer kleinen Anhöhe neben der heutigen Waldstraße Eichenbäumchen pflanzen ließ. Geplant war offensichtlich, den Landschaftspark bis zum Kirchweyher Gutshof der Familie von Hademstorf auszudehnen. Das große Anwesen, das unmittelbar neben der Felicinauskirche lag, war 1764 von Wilhelm August und Marianne Hypolithe von Schwicheldt, gekauft worden, den neuen Eigentümern des großen Sudweyher Gutshofes. Doch zu einer Ausweitung des nördlichen Parkabschnitts kam es nicht mehr.
Öffentlich zugänglich war der Park der Familie von Schwicheldt nicht, zumindest nicht bis ins frühe 20. Jahrhundert. Während des ersten Weltkriegs notierte Sudweyhes Volksschullehrer Hermann Bauer in die örtliche Schulchronik: „Im Dorfe selbst liegt das Herrenhaus des Gutes, umgeben von einem prachtvollen Park ehrwürdiger Eichen und Buchen. Schattige Wege, besonders der Weg zum Denkmal der ‚Zärtlichkeit’, machen den Aufenthalt sehr angenehm; leider ist der Besuch den Einwohnern nicht gestattet. Nur ganz außerordentliche Persönlichkeiten bekommen von dem Herrn Gutsinspektor die Erlaubnis, das Heiligtum betreten zu dürfen. Ebenso ist das Betreten des Ellernbruches nicht gestattet. Überall Warnungstafeln ‚Zutritt verboten’, ‚Fußgängern widerruflich gestattet’ u.s.w. Im Interesse der Allgemeinheit ist so etwas tief zu beklagen; hoffentlich ändern sich noch die Zeiten.“
Die Zeiten änderten sich! Zumindest das Betreten des Ellernbruchs wurde schon bald zugelassen. Spaziergänger und Radfahrer nutzen und genießen den Weg durch diesen Teil des Weyher Hachetals.
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Basisdaten: Mittelweser-Touristik GmbH, Niedersachsen Hub (licens CC0)
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