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Ortsspaziergang Todenmann

6,6 km · ca. 115 Min.

Rinteln, Stadt

Auf diesem Ortsspaziergang erleben Sie abwechslungsreiche Kleinode und Aussichten der Streusiedlung Todenmann. Unser Routenvorschlag führt Sie vom Startpunkt an der Ortseingangstafel aus über das Alte Zollhaus hoch zum Professor Tüxen-Weg (Panoramaweg) mit Blick über das Dorf bis zum Gut Dankersen. Während Ihres Spaziergangs können Sie zudem spannende Geschichten an unseren Audiostationen genießen. Diese befinden sich im gesamten Ortsgebiet der Stadt Rinteln und sind auf der Karte mit den Nummern 1-45 gekennzeichnet.

Stationer (8)

  1. 1Tonkuhle Todenmann

    Nördlich des Gutes Dankersen treten schieferige Tonablagerungen hervor, die im Tagebau abgetragen werden. Es handelt sich Sedimente um aus dem Lias, einem Zeitalter des älteren Jura (vor ca. 190 Mio. Jahren), als Norddeutschland von einem flachen Ozean bedeckt war.

    Das Abbaugelände ist auch ein Fundplatz bedeutender Fossilien. Hier finden sich schwärzliche Versteinerungen von Belemniten, Ammoniten und anderen urzeitlichen Meeresbewohnern. Das Betreten des Geländes setzt die Genehmigung des Betreibers voraus.

    Die quellfähigen Tonmineralien aus Todenmann finden in der keramischen Industrie und der Ziegelherstellung Verwendung.

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    ↓ 4 Min. zu Fuß (258 m) til næste station

  2. 2Friedhof des Gutes Dankersen

    Bis in das Jahr 1919 gehörten Todenmann und Dankersen zur Pfarre Eisbergen, wo sich für die Familie v. Ditfurth ein Erbbegräbnis befand. In der Epoche der Romantik, als Begräbnisplätze an entlegenen oder besonders schönen Orten in Mode kamen, entstand der Familienfriedhof in malerischer Lage oberhalb der damaligen Terrassengärten. Der Grabstein des Hagenburger Drosten (adeliger Amtmann) Franz von Ditfurth (1590 – 1654) wurde vor mehr als 100 Jahren beim Abbruch der dortigen Kirche gesichert und hierhergebracht.

    Im Bereich des heutigen Friedhofes befand sich im Mittelalter ein steinerner Wartturm der Stadt Rinteln. Er gehörte zu einem von mehreren befestigten Durchlässen des Rintelner Landwehrsystems. An der Dankerser Warte konnten Angriffe räuberischer Banden auf das Stadtgebiet abgewehrt werden. An derselben Stelle, an der der Wartturm vermutet wird, wurden auch Spuren einer eisenzeitlichen Besiedlung vor mehr als 2000 Jahren gefunden.

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    ↓ 1 Min. zu Fuß (101 m) til næste station

  3. 3Dankerser Mühle

    Seit dem 17. Jahrhundert ist eine Getreidemühle im Taleinschnitt oberhalb Dankersens nachweisbar. Bis Mitte der 1960er Jahre befand sich hier ein kleines Fachwerkgebäude aus dem 19. Jahrhundert, um das sich verschiedene Erzählungen ranken. Unter anderem hat man  das Grimm-Märchen „Die Studenten in der Mühle bei Rinteln“ hier verortet. Von diesem romantisch im Wald gelegenen Haus sind nur noch die Grundmauern erhalten geblieben.
    Die Stauteiche am Wegverlauf oberhalb der Mühle wurden als Fischzuchten angelegt, aber nach der Überspülung bei den Sturzregenfällen vom 11. Juni 1937 aufgegeben.

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    ↓ 21 Min. zu Fuß (1,4 km) til næste station

  4. 4Gasthaus „Zur Linde“

    Das Gasthaus zur Linde ist eine der traditionsreichsten Dorfgaststätten im Stadtgebiet Rintelns. Es bestand als „Krug“ schon im 16. Jahrhundert und wurde 1619 erstmals erwähnt. Nach einem Großfeuer 1975 erfolgte ein Wiederaufbau als moderner Hotel- und Restaurantbetrieb in der heutigen Form.

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    ↓ 9 Min. zu Fuß (525 m) til næste station

  5. 5Haus Häfemeier

    Unter den erhalten gebliebenen Todenmanner Fachwerkhäusern wurde das 1851 erbaute Haus Häfemeier besonders liebevoll restauriert. Es handelt sich um ein typisch niederdeutsches Hallenhaus mit großer Einfahrt an der Giebelseite in dem Wirtschaftsteil. Der Wohntrakt ist als sogenanntes „Kammerfach“ an der rückwärtigen Seite angefügt. Das Haus ist ein Vierständerbau, bei dem sich vier tragende Stützenreihen durch das ganze Gebäude hindurchziehen. Eine große alte Kastanie schützt und beschattet den Vorplatz.

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    ↓ 9 Min. zu Fuß (555 m) til næste station

  6. 6Denkmal

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    ↓ 3 Min. zu Fuß (173 m) til næste station

  7. 7„Altes Zollhaus" Todenmann

    Das heutige Gasthaus „Altes Zollhaus“ wurde 1804 nach dem Ausbau der Todenmanner Straße zur Chaussee als Gastwirtschaft und Zollstätte neu errichtet. Der in Werkstein sorgfältig ausgeführte, herrschaftliche Bau diente der Erhebung von Zöllen an der Grenze in das benachbarte preußische Fürstentum Minden und als Mautstelle für den Wegezoll. In den Jahren des von Napoleon in Norddeutschland errichteten Königreichs Westphalen (1807-1813) war das Todenmanner Zollhaus Verwaltungssitz („Mairie“) für den Kanton Todenmann, zu dem das nördliche Wesertal zwischen Eisbergen und Deckbergen gehörte.

    Am „Alten Zollhaus“ dichtete 1835 der Literat und spätere Intendant der Wiener Oper und des Burgtheaters Franz (Freiherr von) Dingelstedt das berühmte Weserlied. In Erinnerung daran initiierte der Heimatbund der Grafschaft Schaumburg zum 50. Todestag des Dichters 1931 die Errichtung eines Denkmals. Die Enthüllung am 17. Mai 1931 wurde live im Westdeutschen und im Norddeutschen Rundfunk übertragen.

    In unmittelbarer Nähe zum Zollhaus befand sich im 19. Jahrhundert ein Turnplatz, der erste im Schaumburger Land. Hier trafen sich schon 1816 Liberale und Freigeistige aus Bückeburg und Rinteln zur Körperertüchtigung und zum Gedankenaustausch über ihre Forderungen nach Verfassung und bürgerlicher Gleichberechtigung. Der Turnplatz war nach den Kriterien des nationalliberalen „Turnvaters“ Friedrich Ludwig Jahn gestaltet und enthielt Kletterwände, Reck, Barren und Ringe - damals hochmoderne Trainingsgerätschaften.

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    ↓ 20 Min. zu Fuß (1,3 km) til næste station

  8. 8Gut Dankersen

    Das erstmals 1275 erwähnte Gut Dankersen war im Mittelalter ein Meierhof des Rintelner Nonnenklosters St. Jakobi, dass über umfangreichen Landbesitz nördlich der Weser verfügte. Nach der Einziehung des Klosterbesitzes in der Reformation belehnte Graf Adolf XIV. von Holstein-Schaumburg 1591 seinen Gefolgsmann Hans von Ditfurth mit Dankersen, das nun mit den Vorrechten eines Adelsgutes ausgestattetet war. Aus der Zeit um 1600 stammt auch das alte Herrenhaus, dessen Fachwerk auf der Gartenseite noch das damals verbreitete Ziermauerwerk zeigt.
    Anfang des 18. Jahrhunderts kam Gutsherr Franz Dietrich von Dankersen in den Diensten der damals hessischen Landesherrschaft zu hohen Ehren. Bei einer Bärenjagd soll er Landgraf Friedrich, später König von Schweden, das Leben gerettet haben. Dieser bedankte sich unter anderem mit einer mit Silber beschlagenen Jagdflinte und dem Jagdrecht am Wesergebirgskamm von Todenmann bis zur Schaumburg. Mehrfach nächtigte der König bei seiner Durchreise in den später sogenannten „Königszimmern“, im barocken Nordflügel, der in dieser Zeit angebaut wurde. 1801 wurde auf Dankersen der Literat und Liedersammler Franz Wilhelm von Ditfurth (+ 1880) geboren. Dem nach Süddeutschland übersiedelten Philologen verdankt insbesondere Franken einen Großteil seiner überlieferten Volkslieder.

    Sehenswert sind auf Dankersen auch das barocke Verwalterhaus an der Südseite des Hofes und der große Taubenschlag, errichtet 1892 durch den damaligen Gutsbesitzer Hans-Dietrich von Ditfurth. Hans-Dietrich von Ditfurth war es auch, der als Landrat Kaiser Wilhelm II. bei dessen Besuch in Fischbeck 1904 um die Umbenennung des Kreises Rinteln in Kreis Grafschaft Schaumburg bat.

    1954 war Gut Dankersen Drehort des bekannten Heimatfilms „Und ewig bleibt die Liebe“ mit Magda Schneider, Karlheinz Böhm, Ulla Jacobsson und Paul Dahlke in den Hauptrollen. Die Regie führte Wolfgang Liebeneiner.

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Selvguidet vandring — følg stationerne i rækkefølge, hver med link til placeringen på kortet.

Basisdaten: Zweckverband Touristikzentrum Westliches Weserbergland, Niedersachsen Hub (licens CC BY-SA)

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