Ortsspaziergang Goldbeck
Auf diesem Ortsspaziergang erleben Sie historische Fachwerkbauten und abwechslungsreiche Landschaften. Unser Routenvorschlag führt Sie ausgehend vom Dorfstein zum Niedermoor und ins Naturschutzgebiet "Tiefe Sohle", vorbei an alten Fachwerkhäusern. Während Ihres Spaziergangs können Sie zudem spannende Geschichten an unseren Audiostationen genießen. Diese befinden sich im gesamten Ortsgebiet der Stadt Rinteln und sind auf der Karte mit den Nummern 1-45 gekennzeichnet.
Stationer (8)
- 1Naturschutzgebiet „Tiefe Sohle“
Auf einem nährstoffarmen Wiesengelände am Waldrand finden sich noch seltene Orchideenarten, die unter Naturschutz stehen, darunter das Breitblättrige Knabenkraut. Die Wiese darf nicht betreten werden! Das Verpflanzen von Orchideen ist nicht nur streng verboten, sondern auch sinnlos. Die empfindlichen Blumen gedeihen nur an ihrem natürlichen Standort in einem komplexen Ökosystem und selbst kundigen Botanikern gelingt keine dauerhafte Umsetzung.
Um 1980 sorgte die Kanzlergattin und leidenschaftliche Botanikern Loki Schmidt für Aufregung in Goldbeck, als sie hier eigens mit einen Hubschrauber landete, um der unscheinbaren Wiese einen Besuch abzustatten.↓ 20 Min. zu Fuß (1,3 km) till nästa station
- 2Niedermoor / Lehmgrube
Durch Lehmabgrabungen für die Flechtwerkwände der Goldbecker Fachwerkhäuser entstand im 16.-19. Jahrhundert eine Bodensenke, die sich mit Wasser füllte und heute das Naturschutzgebiet Goldbecker Niedermoor mit zahlreichen Binsen und Seggenarten bildet. Im Frühjahr findet man hier einen ungewöhnlich dichten Bestand an Sumpfdotterblumen.
Bis zum 19. Jahrhundert dienten die Tümpel des Moorgebiets auch im Rahmen der Leinherstellung als sogenannte „Flachsrotte“. In ihnen weichte man die geernteten Flachspflanzen über mehrere Wochen ein, bevor sie getrocknet, gebrochen und ausgekämmt wurden, um schließlich zu Garn gesponnen zu werden.
Das künstliche Goldbecker Moor war stets ein unheimlicher und auch nicht ganz ungefährlicher Ort. Bis heute erzählt man sich im Dorf von einem nächtlichen Wanderer vor über 100 Jahren, der von Schevelstein kommend, den Weg verlor und hier ertrank.
↓ 19 Min. zu Fuß (1,3 km) till nästa station
- 3Gedenkstein Konrad Menke
Neben dem Kriegerdenkmal der beiden Weltkriege befindet sich ein privater Gedenkstein für den einzigen gefallenen Goldbecker aus dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. In ungelenker Schrift ist auf ihm zu lesen:
Für Konrad Menke
Denkmal der Liebe, errichtet v. d. trauernden Eltern ihrem Sohne, geb. d. 28. Oct. 1843, gest: am 22. Aug. 1870 im Feldlazareth z. Malmaison an den Folgen der am 6. Aug. 1870 im Treffen gegen die Franzosen bei Saarbrücken erhaltene Schusswunden.
Konrad Menke nahm an den ersten Gefechten des Deutsch-Französischen Krieges teil. Saarbrücken wurde unmittelbar nach Kriegsausbruch am 2. September als einzige deutsche Stadt von den Franzosen besetzt und am 6. August, dem Tag der Verwundung Menkes, zurückerobert. Bei dem nahe der Stadt gelegenen Dorf Spichern erstürmten die preußischen Truppen unter großen Verlusten eine befestigte Anhöhe.Vermutlich starb Menke in Gefangenschaft, vielleicht der Grund, warum nicht die Gemeinde, sondern die Eltern das Denkmal setzten. Auch die große Eiche auf dem Friedhof soll als “Friedenseiche“ zur Erinnerung an den Krieg von 1870/71 gepflanzt worden sein.
↓ 12 Min. zu Fuß (762 m) till nästa station
- 4Grenzstein Nr. 1 Goldbeck
Der Grenzstein Nr. 1 von 1725 markiert ein damals bereits viel älteres Dreiländereck an der Südgrenze Schaumburgs. Bei seiner Setzung stießen hier die zu Hessen-Kassel gehörige Grafschaft Schaumburg (Norden), das Kürfürstentum Hannover (Südosten) und die Grafschaft Lippe (Südwesten) aneinander.
Die alte Grenze besteht bis heute als Trennlinie zwischen Landkreisen und Bundesländern fort: Im Norden der niedersächsische Landkreis Schaumburg, im Südosten der niedersächsische Landkreis Hameln-Pyrmont, im Südwesten der nordrhein-westfälische Landkreis Lippe.
Die den drei Richtungen jeweils zugeordneten Symbole Kreuz, Wolfsangel und senkrechter Balken sind unklar.
↓ 41 Min. zu Fuß (2,8 km) till nästa station
- 5Haus Kasper
Das Fachwerkgebäude gehört zu den ältesten in der früheren Waldarbeitersiedlung Klein Goldbeck. Es wurde 1868 durch den Haumeister Hüsing errichtet und entspricht dem im Lippischen Bergland weit verbreiteten Typus eines relativ kurzen, aber hohen Vierständerhauses. Das Dach wird durch vier von der Front bis nach hinten hindurchgehende Pfostenreihen getragen.
↓ 33 Min. zu Fuß (2,1 km) till nästa station
- 6Haus Kunkel
Das heute sorgfältig restaurierte, vermutlich 1755 errichtete Bauernhaus, war zu Beginn der 1980er Jahre völlig verfallen, seine letzten Bewohner waren schon Jahrzehnte zuvor nach Kanada ausgewandert. Die neuen Besitzer erkannten die besondere Atmosphäre des sonnig gelegenen Fachwerkgebäudes und bauten es unter Verwendung alter Materialien zu einem modernen Wohnhaus um, ohne dabei die alte Raumstruktur aufzugeben.
↓ 7 Min. zu Fuß (435 m) till nästa station
- 7Haus Borchers
Knapp jenseits der Landesgrenze, schon auf Schevelsteiner Gebiet, befindet sich ein einsames Haus, das zu den ältesten auf der Goldbecker/Schevelsteiner Hochfläche gehört. Sein Torbogen nennt für den vorn gelegenen Wirtschaftstrakt das Baujahr 1765, der rückwärtige Wohnbereich wurde im 19. Jahrhundert zweigeschossig erweitert.
↓ 4 Min. zu Fuß (230 m) till nästa station
- 8Dorfstein Goldbeck
Die Inschrift „In Goldbeck ist kein Gold zu finden, aber Steine gibt’s in großer Zahl“ war einer der Sinnsprüche des beliebten Goldbecker Lehrers Heinrich (Pinus) Müller, der auch als Begründer des Sportvereins Spuren hinterließ. Müller lebte in den 1920 und 1930er Jahren im Dorf und verlor als Sozialdemokrat mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten sein Amt.
Självguidad promenad — följ stationerna i ordning, var och en med länk till läget på kartan.
Basisdaten: Zweckverband Touristikzentrum Westliches Weserbergland, Niedersachsen Hub (licens CC BY-SA)
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