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Torfhausmoor

5,1 km · ca. 75 Min.

Clausthal-Zellerfeld, Berg- und Universitätsstadt

Start am Parkplatz in Torfhaus. Von dort aus über den Goetheweg und über den Bohlweg im Torfhausmoor Richtung Brocken. An der Weggabelung auf dem Kaiserweg vorbei am Luchsdenkmal zurück nach Torfhaus.

Зупинки (7)

  1. 1Torfhaus, Harz (Landkreis Goslar)

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    ↓ 16 Min. zu Fuß (1,2 km) до наступної станції

  2. 2Aussichtspunkt Torfmoor

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    ↓ 10 Min. zu Fuß (709 m) до наступної станції

  3. 3Torfstich am Großen Torfhausmoor

    Kurz vor Torfhaus erreichen wir wieder das Große Torfhausmoor. Linkerhand fällt Ihnen im Hintergrund sicher die deutliche Geländekante in ca. 50 m Entfernung auf: hier wurde Torf abgebaut. Die mit Fichten und Zwergsträuchern bewachsenen Steilwände markieren die Grenze des Torfstichs und geben einen imposanten Eindruck von den heute 5 bis 7 m mächtigen Torflagern.
    Begonnen hatte man mit dem Torfstechen hier im 18. Jahrhundert, in der Blütezeit des Harzer Bergbaus, da die Holzreserven in den Harzwäldern erschöpft waren. Doch der Torfabbau war im rauen Klima des Harzes nie rentabel und wurde wenige Jahrzehnte später wieder eingestellt.
    Übrig geblieben ist jedoch der Ortsname Torfhaus der nahe gelegenen Siedlung, die Ihren Ursprung der Torfgewinnung verdankte. Ein erstes Gebäude namens Borkenkrug wurde 1713 errichtet. Es handelte sich offensichtlich um ein Wege- oder Forsthaus. Die heutige Bundesstraße 4 stellte schon damals eine viel genutzte Verbindung zwischen Harzburg und Nordhausen dar.

    Rechterhand von der Aussichtsbank können Sie einen Stichgraben erkennen, der ebenfalls aus der Bergbauzeit stammt. Er sollte helfen, das Moor zu entwässern und die forstwirtschaftlich nutzbaren Flächen zu erweitern. So wichtig dies seinerzeit für den unter Holzmangel leidenden Harzer Bergbau war, so nachteilig wirkt der Graben sich bis heute auf die angrenzenden Moore aus. Der Wasserhaushalt der Moore wurde empfindlich gestört. Durch die Entwässerung wird dem Torfkörper vermehrt Sauerstoff zugeführt. Es kommt zu einer rasanten Beschleunigung von Mineralisationsprozessen – der Torfkörper schrumpft. Kohlenstoff und andere Nährstoffe, die in Jahrtausenden im Torfkörper akkumuliert wurden, werden nun in wesentlich kürzeren Zeiträumen wieder freigesetzt und tragen in Form von Kohlendioxid und Lachgas zur Klimaerwärmung bei.

    Die Wunden der Vergangenheiten heilen nicht von heute auf morgen. Torfmoose siedeln sich erst nach und nach wieder an und halten das Moorwasser zurück. Kleinere Stichgräben wachsen auf diese Weise wieder ganz von alleine zu. Andernorts - wie hier am Torfhausmoor - helfen hölzerne Stauwerke nach, das Wasser in den Mooren zurückzuhalten. Die Wiedervernässung bildet die Voraussetzung für die langsame Regeneration des Moores.

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    ↓ 18 Min. zu Fuß (1,3 km) до наступної станції

  4. 4Was ist eigentlich ein Nationalpark?

    Nationalparke sind großräumige Naturlandschaften von internationaler Bedeutung. Angesichts der weltweiten Zerstörung ursprünglicher Lebensräume sind sie als Bausteine eines globalen Netzes von Schutzgebieten zum Erhalt der biologischen Vielfalt unersetzlich.
    Als die Amerikaner 1872 mit dem Yellowstone-Nationalpark in den USA erstmalig eine Naturlandschaft unter Schutz stellten, war eine neue Idee geboren. Längst hat sie sich weltweit durchgesetzt. Heute gibt es rund 4000 Nationalparke in über 120 Ländern. Nationalparke sind Symbole unberührter Natur. Sie ermöglichen der Natur, sich großflächig nach ihren eigenen Gesetzen zu entwickeln, ohne dass der Mensch nutzend oder regulierend eingreift.

    Entsprechend dem Grundsatz „Natur Natur sein lassen“ wird auch in der Kernzone des Nationalparks Harz nicht mehr in die Naturabläufe eingegriffen. Hier am Rande des Torfhausmoores sind viele der vormals auf den moorigen Böden angepflanzten Fichtenforste durch Windwurf und die Vermehrung des Borkenkäfers abgestorben. Heute stellt sich ein neues Gleichgewicht zwischen Moor und Wald ein. Dabei entstehen eine Vielfalt neuer Lebensräume und damit Rückzugsgebiete für Pflanzen und Tiere, die in der genutzten Kulturlandschaft kaum Lebensmöglichkeiten finden.

    Die wilden Nationalparkwälder sind nicht nur Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen und faszinierende Erholungsgebiete, sondern sie helfen uns auch dabei, die Natur mit ihren eigenen Abläufen besser zu verstehen. Sie dienen deshalb auch der wissenschaftlichen Beobachtung und Erforschung natürlicher Abläufe. Diese neue Wildnis in den deutschen Nationalparks wieder zuzulassen, erfordert Mut und Weitsicht. Der Wildnis-Gedanke erregt nicht selten Ängste vor dem Ungewohnten und Unbekannten. Deshalb brauchen unsere Nationalparks Fürsprache, die wir unterwegs  hoffentlich auch in Ihnen wecken können.

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    ↓ 6 Min. zu Fuß (396 m) до наступної станції

  5. 5Natürliche Moore und Wälder sind der beste Klimaschutz

    Haben Sie die umgestürzte Fichte rechterhand am Abbegraben entdeckt? Der umgeklappte Wurzelteller zeigt eindrucksvoll, dass Fichten mit ihrem flachen Wurzelwerk kaum Halt im feucht-nassen Moorboden finden können. Schon ein leichter Sturm kann die Bäume entwurzeln. Moor-Fichtenwälder wie diese, bilden die Kampfzone zwischen Wald und Moor.
    Bodenaufschlüsse entlang des Abbegrabens bieten hier und da Einblick in die Torfböden. Moore binden CO2 aus der Atmosphäre im langlebigen Torf. Sie sind dadurch die besten natürlichen Kohlenstoffspeicher und speichern pro Hektar viermal mehr CO2 als die Tropenwälder. Obwohl Moorlandschaften nur drei Prozent der Erdoberfläche bedecken, speichern sie fast ein Drittel des erdgebundenen Kohlenstoffs. Um ihre Speicherfunktion erfüllen zu können, benötigen sie ganzjährig einen hohen Wasserstand.

    Die billigste Form, große Anteile der CO2-Emissionen eines Landes zu reduzieren, ist der Schutz von Wäldern und Mooren. Eine zerstörte entwässerte Moorlandschaft verwandelt sich hingegen zu einer Quelle von klimaschädlichen CO2-Ausstößen. Wussten Sie, dass vier Prozent der deutschen Treibhausgase auf das Konto der Moornutzung gehen? Damit trägt die Moornutzung etwa die gleiche Menge schädlicher Klimagase zum Treibhauseffekt bei wie der gesamte Flugverkehr über Deutschland.

    Ein Großteil des Angebots an Blumen- und Gartenerde in Bau- und Gartenmärkten enthält Torf. Dieser Torf stammt aus über Jahrtausende entstandenen Mooren, die durch den Abbau zu hochbedrohten Lebensräumen geworden sind. Wer hingegen torffreie Erde verwendet, trägt aktiv und wirksam zum Erhalt der Moore und zum Natur- und Klimaschutz bei.

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    ↓ 4 Min. zu Fuß (314 m) до наступної станції

  6. 6Weltkultur trifft Nationalpark

    Der Abbegraben, der den Wanderweg hier ein ganzes Stück begleitet, ist Teil des Kulturdenkmals Oberharzer Wasserwirtschaft. Hinter diesem sperrigen Begriff verbirgt sich ein jahrhundertealtes System künstlich angelegter Gräben und Wasserläufe. Zu Recht fragen Sie sich, wozu der große Aufwand betrieben wurde. Es ging um Energiegewinnung aus Wasserkraft. Die „Oberharzer Wasserwirtschaft" ist das weltweit größte und besterhaltene  Energiegewinnungs-, Energiespeicherungs- und Energieverteilungssystem der vorindustriellen Zeit. Wegen seiner überragenden Bedeutung wurde es im August 2010 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. 
    Bereits ab dem 16. Jahrhundert wurde für den Bergbau im Harz ein System von Teichen, Gräben, Holzrinnen, Stollen und Radstuben zur Energiegewinnung aus Wasser angelegt. Mit Hilfe der Wasserkraft wurden die Wasserräder betrieben und mit diesen einströmendes Wasser aus den Bergwerken abgepumpt. Über Seiltrommeln konnten die schweren Erztonnen auf- und abtransportiert werden.

    Insgesamt wurden 149 Teiche und 500 km Gräben mit 18 km hölzernen Wasserrinnen („Gefluder“) und etwa 31 km Stollen („Wasserläufe“) angelegt. Heute sind davon noch 63 Teiche, 70 km Gräben und 21 km Wasserläufe wasserführend und somit aktiv. Seit 1991 betreuen und unterhalten die Harzwasserwerke die "Oberharzer Wasserwirtschaft".

    Heute dienen die historischen Anlagen dem Hochwasserschutz und tragen zur Versorgung weiter Landesteile Niedersachsens und Bremens mit Trinkwasser bei. Gleichzeitig dienen sie auch der regenerativen Stromerzeugung. So sind diese Meisterwerke der Wasserbautechnik auch heute noch aktiv in einen Wirtschaftsprozess eingebunden.

    Wenn Sie Interesse haben, können Sie die Geschichte der "Oberharzer Wasserwirtschaft" "hautnah" kennenlernen. Spezielle „WasserWanderWege“ führen auf wunderschönen Strecken an Gräben, Wasserläufen und Teichen entlang. Schautafeln erläutern die Funktionsweisen dieser Meisterwerke der Wasserbautechnik. Auch Führungen mit zertifizierten Welterbe-Guides werden angeboten. In einem der zahlreichen Besucherbergwerke erhalten Sie auch unter Tage Einblicke in die faszinierende Welt des Harzer Bergbaus.

    Der Begriff "Regal" stammt übrigens vom lateinischen Wort für König (rex) ab. Seit dem Mittelalter konnte der Landesherr sachlich, örtlich und zeitlich begrenzte Rechte verleihen, die sogenannten Regale. Im Harz wurde neben der Nutzung bestimmter Bereiche eines Erzganges für den Bergbau auch das Recht auf Nutzung der benötigten "Wasserfälle auf Künste und Kehrrad" mit verliehen (Oberharzer Wasserregal). Der Bergbau hatte damit eine Vorrangstellung z.B. gegenüber einem Mühlenbesitzer, dem man damit "das Wasser abgraben" konnte. Wurde der Bergbau an der besagten Stelle nicht mehr fortgeführt, war die Nutzung des Wassers nicht mehr gestattet, das Wasserrecht fiel zurück an den Landesherren und konnte erneut vergeben werden.

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    ↓ 8 Min. zu Fuß (603 m) до наступної станції

  7. 7Großes Torfhausmoor

    Das Große Torfhausmoor liegt in rund 800 Metern Höhe, im besonders niederschlagsreichen Hochharz. Es ist rund 30 Hektar groß. Die Entstehung der Harzmoore begann nach der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren. Ihr Vorkommen ist auf die kühlen niederschlagsreichen Hochlagen über 700 Meter beschränkt. Der Wasserüberschuss ist die wichtigste Voraussetzung für die Moorbildung. Die größeren Harzmoore befinden sich daher fast alle auf der Regenseite des Gebirges westlich des Brockens.
    Hochmoore wie das Große Torfhausmoor erhalten Nährstoffe ausschließlich über das Regenwasser. Sie haben keinen Kontakt zum Grundwasser. Sie sind deswegen arm an Nährstoffen und sauer. Nur wenige besonders spezialisierte Pflanzen können unter diesen extremen Bedingungen überleben. Die Bezeichnung Hochmoor rührt übrigens von der Hochwölbung im Zentrum des Moores her, die man hier beobachten kann.
    Die wichtigste Pflanze im Moor ist das Torfmoos. Torfmoose sind unsterblich! Im gleichen Maße wie Torfmoose unten absterben wachsen sie oben immer weiter nach. Das funktioniert, weil Torfmoose keine Wurzeln brauchen, denn alles Lebensnotwendige bekommen Sie von oben aus dem Regenwasser. Abgestorbene Pflanzenteile werden im Moor nicht vollständig abgebaut - dafür fehlt es an Sauerstoff. Stattdessen lagern sie sich Schicht für Schicht ab und es bildet sich Torf. Die Folge: Das Moor wächst immer weiter in die Höhe. Die Torfmächtigkeit hier am Großen Torfhausmoor beträgt über 7 Meter.
    An trockenen Stellen im Moor können Bäume recht gut keimen. Wenn sie etwas herangewachsen sind, fangen die Schwierigkeiten an. Weil die Bäume mit zunehmendem Gewicht immer tiefer in den schwammigen Moorboden einsinken saufen sie am Ende regelrecht ab. Achten Sie einmal darauf, wenn Sie am Ende des Bohlenstegs wieder in den Wald gelangen.
    Eine echte Rarität der Harzmoore ist die seltene Alpen-Smaragdlibelle. Ihre Larven entwickeln sich in den Kolken. So nennt man die kleinen wassergefüllten Tümpel im Moor. Mit etwas Glück kann man die erwachsenen Libellen am Rande der Moorfläche fliegen sehen. Höhepunkte der Flugzeit sind die Monate Juli und August.

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Самостійна прогулянка — іди зупинками по черзі, до кожної є посилання на розташування на карті.

Basisdaten: Tourist-Informationen Oberharz, Niedersachsen Hub (ліцензія CC BY)