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Ortsspaziergang Deckbergen

1,9 km · ca. 31 Min.

Rinteln, Stadt

Auf diesem Ortsspaziergang erleben Sie abwechslungsreiche kulturelle und historische Bauten sowie faszinierende Naturhighlights in Deckbergen. Unser Routenvorschlag führt Sie vom Startpunkt an der Kirche St. Petri und dem Thie aus vorbei am Essmannshof weiter zum ehemaligen Standort der alten Öl- und Grützemühle. Sie können die Route bis hoch in Richtung Kamm des Wesergebirges zu den Ruinen der Osterburg und den Naturdenkmalen Springsteine verlängern. Von hier aus besteht die Möglichkeit, weiter über den Kammweg bis zur Paschenburg und Schaumburg zu wandern. Während Ihres Spaziergangs können Sie zudem spannende Geschichten an unseren Audiostationen genießen. Diese befinden sich im gesamten Ortsgebiet der Stadt Rinteln und sind auf der Karte mit den Nummern 1-45 gekennzeichnet.

Stationen (7)

  1. 1Essmannshof

    Der alte Deckberger Hof Nr. 1, im Mittelalter Besitz des Adelsgeschlechtes derer von Deckbergen, erlebte in den 60er und 70er Jahren als Essmannshof mit Dahlien-, Gladiolen- und Tulpenschauen eine besondere Blüte. Er war "Deutschlands größte Tulpenschau". Auf 27.000 Quadratmetern wurden mehr als 1 Million Blumen in allen denkbaren Varianten gezeigt und verkauft. Ein Restaurant mit 250 Sitzplätzen, große Musikveranstaltungen und ein „Selbstbedienungsladen“ für den Gartenbedarf rundeten das Angebot ab. Für Busunternehmen aus Hamburg, Bremen und dem Ruhrgebiet gehörte der Essmannshof zu den beliebtesten Zielen in Nordwestdeutschland.

    Seit dem Auszug der Firma Blumen Pennings, wird das Gebäude nur noch zu privaten Wohnzwecken genutzt.

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    ↓ 8 Min. zu Fuß (543 m) bis zur nächsten Station

  2. 2Der Thie

    Deckbergen ist das einzige Dorf im Stadtgebiet Rinteln, in dem der alte Kirchhof in seiner Struktur und Randbebauung noch gut erkennbar ist. In umgrenzen (im Uhrzeigersinn) das alte Pfarrhaus (Am Kirchplatz 2), die ehemalige Schule (Am Kirchplatz 3), das Küsterhaus (Am Kirchplatz 8, heute Kindergarten) das Küsterhaus und der ehemalige Gasthof (am Kirchplatz 6).  Als Thie bezeichnet man die dörflichen Versammlungsplätze in den Haufendörfen Südniedersachsens und Ostwestfalens. Sie befanden sich zumeist in der Mitte auf einem etwas höher gelegenen Platz. Nicht selten waren sie ummauert und mit einigen Dorflinden bepflanzt.

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    ↓ 5 Min. zu Fuß (324 m) bis zur nächsten Station

  3. 3Friedhof

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    ↓ 6 Min. zu Fuß (393 m) bis zur nächsten Station

  4. 4St. Petri Kirche Deckbergen

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    ↓ 8 Min. zu Fuß (492 m) bis zur nächsten Station

  5. 5Sportplatz

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    ↓ 19 Min. zu Fuß (1,2 km) bis zur nächsten Station

  6. 6Sportplatz

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    ↓ 20 Min. zu Fuß (1,2 km) bis zur nächsten Station

  7. 7St. Petri Kirche Deckbergen

    Die romanische Kirche von Deckbergen gehört zu den bemerkenswertesten Dorfkirchen des Wesertals. Sie entstand bereits im 12. Jahrhundert. Die ursprüngliche Balkendecke des einschiffigen Kirchenraumes wurde bereits im frühen 13. Jahrhundert durch ein Kreuzgratgewölbe ersetzt. Im späten 15. Jahrhundert, zeitgleich mit dem Neubau des Klosters Möllenbeck, folgte eine Erweiterung nach Süden. Das auffallend qualitätvolle Südportal aus dem Jahr 1500 trägt Steinmetzzeichen, die auch in Möllenbeck zu finden sind.

    Im Innern des Anbaus blieben aus dieser Zeit lebensgroße Fresken erhalten. Sie zeigen Paulus, Jakobus, und Maria Magdalena. Gleich alt ist der kunstvoll geschnitzte Flügelaltar mit großen Figuren einer Kreuzigungsszene. Einst bunt bemalt, verlor er bei einer unsachgemäßen Renovierung in den 1960er Jahren seine Farbwirkung. Dennoch gehört er zu den prächtigsten und bedeutendsten Altären in der Region. Die Kanzel und das Taufbecken sind im Manierismus der Spätrenaissance gestaltet und stammen aus der Zeit um 1600.

    Auffallend sind die an den Wänden verteilten roten Weihekreuze aus katholischer Zeit, außerdem der Torso eines lebensgroßen romanischen Kruzifixes aus der Erbauungszeit der Kirche. Jahrhundertelang hatte es auf dem Dachboden gelegen, ehe es um 1880 durch den hessischen Landeskonservator Bickel entdeckt und als kunsthistorische Rarität ersten Ranges erkannt wurde. Es handelt sich noch um einen sogenannten „Viernagel-Typus“, bei dem die Füße parallel gestellt sind. Spätere Kruzifixe zeigen stets die übereinander genagelten Füße.

    Im Zuge der Neugestaltung des Thiebereichs und des Kirchenaufgangs , wurde auf der rechten Seite, neben dem Aufgang, der Brunnen wieder entdeckt und freigelegt.

    Das Pfarrhaus
    Der massive, hochwertige Bau entstand 1799 in klassizistischem Stil. Typisch dafür ist die Erschließung von der Traufseite, der mit einem flachen Zwerchgiebel leicht hervortretende Mittelrisalit und die strikt symmetrische Anordnung der schlicht aber sorgfältig eingefassten Fenster.
    Grabstein Reinhard Klein
    An der Westseite der Kirche steht ein bemerkenswerter Grabstein aus dem Jahr 1696.
    Er ist dem langjährigen Schaumburger Amtmann Reinhard Klein gewidmet und die Inschrift lässt erkennen, wie sehr es ihn geärgert hat, dass einer seiner Vorfahren aus pietistischer Frömmigkeit und Selbstbescheidung einen Adelstitel abgelegt und den Namen Klein angenommen hatte. Klein selbst war als Verwalter und Gerichtsherr des großen Amtsbezirks ein berüchtigter Hexenjäger, der sogar vor der Verfolgung von Kindern nicht zurückschreckte. Die Kanzleiräte der Regierung in Rinteln mussten ihn ausdrücklich zur Mäßigung ermahnen.

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Selbstgeführter Spaziergang — folge den Stationen in Reihenfolge, jeweils mit Link zur Lage auf der Karte.

Basisdaten: Zweckverband Touristikzentrum Westliches Weserbergland, Niedersachsen Hub (Lizenz CC BY-SA)

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