Wege zum Brocken - Goetheweg
Clausthal-Zellerfeld, Berg- und Universitätsstadt
Von Westen, ab Torfhaus, startete einst Goethe zum Brocken. An der B4 gibt es bereits einen wunderschönen Brockenblick. Der beliebte Goetheweg folgt dem Abbegraben. Diesen Wasserlauf kannte Goethe noch noch nicht – er wurde 1827 erbaut und ist heute Bestandteil des neuen Weltkulturerbes Oberharzer Wasserwirtschaft. Ein Holzsteg leitet durch das Große Torfhausmoor. Früher wurde hier Torf abgebaut, heute stehen die wertvollen Moore des Harzes unter strengem Naturschutz. Der Weg führt am Fuße des Quitschenberges zum Eckersprung. Jetzt überquert der Wanderer die ehemalige innerdeutsche Grenze. Der Goetheweg verläuft entlang der Brockenbahn am Goethemoor. Der Wald lichtet sich, es werden zunehmend Heideflächen sichtbar. Das letzte Stück muss der Wanderer auf der Brockenstraße absolvieren. Der Goetheweg ist Teil des Harzer-Hexen-Stiegs.
Stationen (6)
- 1Malerblicke im Harz - 28. Brockenblick über das Torfhausmoor
Der Harz ist Malerlandschaft seit Jahrhunderten und zwar eine der großartigsten in Deutschland, was viel zu wenig bekannt ist. Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert kamen die Künstler immer zahlreicher hierher.
Insgesamt haben wir 39 Malerblicke im gesamten Harz gefunden und beschrieben. Der Vergleich zwischen den historischen Gemälden und den aktuellen Blicken zeigt, wie sich der Harz über die Jahrhunderte verändert hat. Mit diesen verorteten Malerblick-Punkten sollen sich die Motive beim Erwandern besser finden lassen.
Weitere Informationen zu den Malerblicken im Harz gibt es unter www.harzinfo.de/malerblicke (http://www.harzinfo.de/malerblicke).
↓ 47 Min. zu Fuß (3,4 km) bis zur nächsten Station
- 2136 Eckersprung
Der Eckersprung (890 m ü. NN), die Quelle der Ecker, befindet sich an einem Rastplatz direkt am Goetheweg, welcher vom Torhaus leicht ansteigend zum Brocken führt.
Die Ecker nimmt aus den Mooren unterhalb vom Brocken zahlreiche Bäche wie z.B. den Königsbach, den Morgendbrodsbach und die Abbe auf und fließt dann in die Eckertalsperre. Nach Verlassen der Talsperre fließt sie durch das idyllische, teilweise tief eingeschnittene Eckertal und mündet in ihrem Unterlauf, welcher zum großen Teil der Landesgrenze Sachsen-Anhalt ./. Niedersachsen entspricht, bei der Ortschaft Wiedelah in die Oker.
↓ 8 Min. zu Fuß (546 m) bis zur nächsten Station
- 3Stichwortfahnen am Goethebahnhof
Der Standort ist in vielerlei Hinsicht eine bedeutsame Stelle, da er genau an der Grenze zwischen den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gelegen ist und ehemaliger Bahnhof war.Er wurde oft von Grenzern als illegaler Unterstand genutzt. Heute stellt er ein beliebtes Fotomotiv dar, da die Harzer Schmalspurbahn schnaufend an ihm vorbei zieht. Direkt am Grünen Band gelegen, zeichnet sich hier der Übergang zwischen Bergfichtenwald und waldfreier Brockenkuppe ab. Die besonderen klimatischen Bedingungen geben den Anlass der „Stichwortfahnen“, sie sind optisch an Schneestangen angelehnt. Die Stichwortstangen und Ausruhmöglichkeiten, sind um eine flache Felsengruppe angesiedelt. Diese wird noch um weitere Findlinge ergänzt, um die Sitzgruppe regelrecht einzubetten und damit den Charakter des gesamten Platzes weiter aufzuwerten.
↓ 1 Min. zu Fuß (76 m) bis zur nächsten Station
- 4Die Brockenbahn
Wir stehen hier am so genannten Goethebahnhof. Früher hatte die Brockenbahn hier einen fahrplanmäßigen Halt. Heute dient das Abstellgleis an der einspurigen Strecke nur noch dem notwendigen Ausweichmanöver der bergauf und bergab fahrenden Züge. Die Brockenbahn schaut auf eine über 100jährige Geschichte zurück. Spätestens 1870 wurde öffentlich darüber nachgedacht von Bad Harzburg aus eine solche Bahnstrecke anzulegen. Das Vorhaben wurde damals bereits kontrovers diskutiert und aus wirtschaftlichen, aber auch Naturschutzbedenken verworfen. Ende der 1880er Jahre griff der Brockenbesitzer Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode das Bahnprojekt auf, das nunmehr von Wernigerode aus zum Gipfel führen sollte. Begonnen wurde das Vorhaben schließlich im Jahre 1896. Der Bau der Brockenstrecke verlangte allen Beteiligten Enormes ab. Über 600 Arbeiter trieben das Bauwerk voran. Sie durchschnitten mit der Trasse wertvolle Moorgebiete, überwanden Wasserläufe und durchbrachen störende Granitformationen. Schon in der ersten Saison übertraf der Gästeansturm alle Erwartungen. Nach den großen Eingriffen beim Streckenbau bedrohte nun der sommerliche Massentourismus akut die ohnehin seit Jahrzehnten schon stark geschädigte Flora und Fauna des Gipfels. Besonders das Blumenpflücken der seltenen Brockenanemone nahm überhand. Der bekannte Heimatdichter Hermann Löns wandte sich 1907 schließlich mit einem vielbeachteten Aufsatz an die Öffentlichkeit. In scharfen Worten beklagte er, dass die Brockentouristen das allseits plakatierte Verbot des Abpflückens der Brockenpflanzen missachteten: "Obendrein gebe es regelrechte Brockenflegel, die speziell an Sonn- und Feiertagen den Berg und seine Zuwege so sehr mit Ihrem Müll versauten, ihre Bedürfnisse überall stillten und herrliche moosumspannte Felsblöcke mit Flaschen bombardierten". Die harsche Kritik des Dichters zeigte Wirkung. Im Jahre 1911 wurden über 70 Passanten angezeigt und mit Strafen belegt, die auf dem Brocken Pflanzen ausgerissen hatten.
↓ 52 Min. zu Fuß (3,5 km) bis zur nächsten Station
- 59 Brockenhaus
Der Brocken ist mit 1.141 m ü.NN der höchste Harzgipfel und liegt in der Gemarkung von Schierke in der Kernzone des Nationalpark Harz.
Geografisch liegt er an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und war von 1961 bis 1989 Sperrgebiet. Klimatisch sorgt seine vorgehobene Position im Norden Deutschlands für raue Winde und kalte Temperaturen, vergleichbar mit den Bergen Islands.
Im Brockenhaus findet man eine erlebnisreiche Ausstellung zur Geschichte und Natur dieses faszinierenden Berges.
Die Geschichte des Brockengartens ist ebenso interessant wie seine Pflanzen außergewöhnlich. Der botanische Garten auf der waldfreien Kuppe des Brockens besteht seit 1890 und beherbergt heute rund 1500 Pflanzenarten aus allen Hochgebirgen der Erde. Er schützt und bewahrt vom Aussterben bedrohte und sehr seltene Pflanzen und zeigt zugleich seinen Gästen aus aller Welt, was ganz oben wächst und blüht.
Inmitten von Granitblöcken wachsen auf der Brockenkuppe Pflanzen des hohen Nordens. Ein Rundwanderweg (1,6 km) führt um die Kuppe – dort entlang, wo einst die Brockenmauer stand. Nehmen Sie sich Zeit für den Brockenrundweg mit Teufelskanzel und Hexenaltar. Diese beiden Granitklippen auf dem Brockengipfel beeindruckten schon Goethe. An dieser Stelle treffen sich die Hexen und Teufel in der Walpurgisnacht.
Seit Juli 1992 können die Fahrgäste der Brockenbahn wieder den höchsten Gipfel Norddeutschlands mit rund 700 PS starken Dampfrössern erklimmen. Ihr steilstes Streckenstück zum Brocken bewältigt die Bahn in ca. 50 Minuten ab dem Bahnhof Drei-Annen-Hohne.
↓ 1 Min. zu Fuß (59 m) bis zur nächsten Station
- 6Malerblicke im Harz - 15. Brockenhaus
Der Harz ist Malerlandschaft seit Jahrhunderten und zwar eine der großartigsten in Deutschland, was viel zu wenig bekannt ist. Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert kamen die Künstler immer zahlreicher hierher.
Insgesamt haben wir 39 Malerblicke im gesamten Harz gefunden und beschrieben. Der Vergleich zwischen den historischen Gemälden und den aktuellen Blicken zeigt, wie sich der Harz über die Jahrhunderte verändert hat. Mit diesen verorteten Malerblick-Punkten sollen sich die Motive beim Erwandern besser finden lassen.
Weitere Informationen zu den Malerblicken im Harz gibt es unter www.harzinfo.de/malerblicke (http://www.harzinfo.de/malerblicke).
Selbstgeführter Spaziergang — folge den Stationen in Reihenfolge, jeweils mit Link zur Lage auf der Karte.
Basisdaten: Harzer Tourismusverband, Niedersachsen Hub (Lizenz CC BY-SA)
