Ortsspaziergang Friedrichshöhe, Volksen, Wennenkamp
Auf diesem Ortsspaziergang erleben Sie besondere Weitblicke, abwechslungsreiche Landschaften und historische Bauten. Unser Routenvorschlag führt Sie vom Startpunkt an der Alte Kasseler Straße durch die Siedlung Friedrichshöhe vorbei an der Mergelkuhle und dem Tal der Kesselbeek. Der Rundgang kann individuell bis nach Wennenkamp verlängert werden. Während Ihres Spaziergangs können Sie zudem spannende Geschichten an unseren Audiostationen genießen. Diese befinden sich im gesamten Ortsgebiet der Stadt Rinteln und sind auf der Karte mit den Nummern 1-45 gekennzeichnet.
Stations (8)
- 1Mergelkuhle
Die alte Mergelkuhle im Wald auf der Egge diente früher den Orten Krankenhagen, Volksen und Uchtdorf zur Entnahme von Düngekalk. Die Lager weisen hier eine besonders hohe Mächtigkeit auf, sodass eine Abbruchwand von gut 10 m Höhe entstanden ist. Im Mergel finden sich an vielen Stellen Pyrite („Katzengold“) und Drusen mit kleinen Quarzkristallen, den begehrten „Schaumburger Diamanten“.
↓ 7 Min. zu Fuß (415 m) to the next station
- 2Hof Brand in Volksen
Der Hof Brand (Egge 2) hat sich aus einer Brinksitzerstelle entwickelt, die im 18. Jahrhundert noch ganz von Wald umgeben war. Erst durch intensive Rodungen entstand ein landwirtschaftlicher Kleinkötnerhof.
An der Stelle des freistehenden Torbogens befand sich von 1634 bis 1936 das alte Haupthaus. Der Bogen selbst stammt von der ehemaligen Leibzucht des Hofes. Das auf den meisten niedersächsischen Höfen vorhandene Leibzuchtgebäude war eine typische Einrichtung der bäuerlichen Altersvorsorge. Hierher zogen nach der Verheiratung des Hoferben dessen Eltern.
Im Umfeld des Hofes fanden sich mehrere alte Spinnwirtel, kleine Schwungringe aus Stein oder Keramik für Handspindeln. Mit ihnen wurde vor der Erfindung des Spinnrades das Garn gesponnen. Sie datieren in die Zeit vor 1500.
↓ 33 Min. zu Fuß (2,1 km) to the next station
- 3Hof Wolter, Volksen Nr. 1
Der vermutlich bereits vor 1200 gegründete Hof „Volkerdessen“ ist der Ausgangspunkt der spätmittelalterlichen Rodungen in Volksen und die Keimzelle des heutigen Dorfes. Seine Größe und günstige Lage gaben ihm stets eine besondere Bedeutung für das Dorf.
In der Tallage an der östlichen Zufahrt des Hofes befindet sich eine Hangquelle, deren Wasser im Sommer wie im Winter konstante 10 Grad hält. In Trockenzeiten, wie etwa im Sommer 1949, war diese Quelle oft die einzige Wasserstelle in weitem Umkreis.↓ 42 Min. zu Fuß (2,5 km) to the next station
- 4Tal der Kasselbeeke
Das Tal der Kasselbeeke entwässert das Gebiet des südlichen Taubenberges. An ihrem Ufer befinden sich mehrere Stauteiche für die künstliche Fischzucht, die im gesamten Exter- und Kalletal bereits im 18. Jahrhundert Verbreitung fand und auf den berühmten Hohenhäuser Pastor und Gelehrten Stephan Ludwig Jakobi (1711-1784) zurückgehen.
Das unbesiedelte und früher kaum zugängliche Tal der Kasselbeeke diente einst auch als Zufluchtsort in kriegerischen Zeiten. Rund 500 Meter unterhalb des Teiches gab es eine eingezäunte Borde, in der das Vieh aus den Dörfern der Umgebung versteckt werden konnte.↓ 32 Min. zu Fuß (2,2 km) to the next station
- 5Ehem. Schule Volksen
Die Alte Schule Volksen wurde am 21. November 1894 eingeweiht. Das solide Backsteingebäude spiegelt den stark verbesserten Standard im Volksbildungswesen seit der Annektion Hessens durch Preußen 1866. Die Aufbruchstimmung im Bildungswesen erfasste damals nicht alle Anwohner der Schule. Einige prozessierten gegen die Benutzung ihrer Wiesenwege durch die Kinder, deren Hin- und Hergelaufe auf dem Schulweg, Wege, Zäune und Wiesen beanspruche. Die Gemeinde musste das Wegerecht für die Kinder vor Gericht durchsetzen.
↓ 28 Min. zu Fuß (1,7 km) to the next station
- 6Weseberg
Die westlichste und höchstgelegene Höfegruppe Volksens bietet das Bild einer Gebirgssiedlung wie man sie im Schaumburger Land nicht leicht erwartet. Das ursprünglich aus vier Gehöften hervorgegangene Dorf liegt dicht gedrängt in steiler Hanglage.
Bemerkenswert ist die alte Leibzucht des Hofes Rinne, Weseberg 9. Das 200 Jahre alte Haus ist weitgehend unverändert erhalten und steht unter Denkmalschutz.↓ 29 Min. zu Fuß (1,7 km) to the next station
- 7Denkmal
↓ 18 Min. zu Fuß (1,1 km) to the next station
- 8Siedlung Friedrichshöhe
Die sich an der Alten Kasseler Straße zu beiden Seiten hinziehende Siedlung Friedrichshöhe hat eine besondere Geschichte. Gemeinsam mit den anderen südschaumburgischen „Friedrichsdörfern“ (Friedrichswald, Friedrichsburg, Friedrichshagen) ist sie ein Ergebnis der Binnenkolonisation des 18. Jahrhunderts. Damals ließ der hessische Landgraf Friedrich II. (reg. 1760 – 1785) aus dem Grundbesitz des 1555 abgebrannten Klosters Egestorf bei Friedrichsburg Ländereien für die Anlage von Neubauernstellen ausweisen. Ähnlich wie einhundert Jahre zuvor bei der Gründung Hessendorfs versprach man sich durch das damit verbundene Steuern- und Abgabenaufkommen höhere Einnahmen, als durch die Gutswirtschaft in herrschaftlicher Regie. Die nach dem hessischen Landesherrn benannte Siedlung Friedrichshöhe wurde ab 1781 entlang der damals neu ausgebauten Chaussee von Rinteln nach Kassel als Straßendorf angelegt. Verwaltungsmäßig gehört sie seit ihrer Gründung zu Krankenhagen, doch ist das Dorfleben überwiegend mit Volksen verflochten.
Self-guided walk — follow the stations in order, each with a link to its location on the map.
Basisdaten: Zweckverband Touristikzentrum Westliches Weserbergland, Niedersachsen Hub (licence CC BY-SA)
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