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Ortsspaziergang Möllenbeck

6,1 km · ca. 98 Min.

Rinteln, Stadt

Auf diesem Ortsspaziergang erleben Sie kulturelle und geologische Highlights in einer abwechslungsreichen Landschaften rundum Möllenbeck. Unser Routenvorschlag führt Sie vom Startpunkt direkt am Kloster durch das Dorf und die Kameslandschaft zum Findlingsgarten. Während Ihres Spaziergangs können Sie zudem spannende Geschichten an unseren Audiostationen genießen. Diese befinden sich im gesamten Ortsgebiet der Stadt Rinteln und sind auf der Karte mit den Nummern 1-45 gekennzeichnet.

Stations (8)

  1. 1Niederwald bei Hessendorf

    Das Buchenwaldstück „Großer Busch“ südlich von Hessendorf wurde jahrhundertelang von den Hausbesitzern des Dorfes als siedlungsnaher Brennstofflieferant genutzt. Die Bewirtschaftung erfolgte zuletzt in Niederwaldwirtschaft, d.h. die ausschlagenden Wurzeltriebe wurden bereits armdick über dem Boden abgesägt, sodass ein strauchartiger Bewuchs entstand, der sich in den letzten Jahrzehnten ausbleibender Nutzung zum heutigen Erscheinungsbild entwickelte.

    Denkmal im Niederwald
    Das Trauma des verlust- und entbehrungsreichen Ersten Weltkriegs äußerte sich mit der wirtschaftlichen Wiederbelebung der 1920er Jahre in einer Vielzahl ländlicher Denkmäler. Das Hessendorfer Ehrenmal erhielt in Ermangelung eines Dorfmittelpunktes oder eines eigenen Hessendorfer Friedhofes seine landschaftlich reizvolle Lage am Hang über dem Dorf.

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    ↓ 34 Min. zu Fuß (2,3 km) to the next station

  2. 2Kloster Möllenbeck

    Schon von weitem sichtbar sind die zwei Türme des historischen Kloster Möllenbecks in Rinteln im Weserbergland. Im Jahr 896 wurde es von der Gräfin Hildburg  gestiftet und durch Kaiser Arnulf als Benediktinerinnenkloster bestätigt.

    Eine wechselvolle Geschichte mit mehrfachen Bränden, Kriegen, Reformation und Entweihung liegt hinter der gewaltigen im späten Mittelalter erbauten Klosteranlage. Auch die Art der Nutzung unterschied sich im Laufe der Jahrhunderte. Mal wurden die historischen Gemäuer als Kloster genutzt, mal als weltliches Kanonikastift mit Lateinschule oder als Staatsdomäne. Nach den napoleonischen Kriegen diente die Klosterkirche sogar einmal als Strohschober.

    Heute gilt das Kloster Möllenbeck als eine der besterhaltenen, spätmittelalterlichen Klosteranlagen in Deutschland. Außerdem gehört zu den ältesten Abteien im Wesertal, obwohl aus dieser Zeit nur noch die ottonischen Rundtürme und die Krypta erhalten sind. Die übrigen Bauten wie Kirche, Kreuzgang und Klausurgebäude wurden zwischen 1478 und 1505 neu errichtet. Das Dach aus Sollingplatten und seine harmonische Architektur und werden vielfach gerühmt.

    Hinter den dicken Klostermauern verbirgt sich seit einigen Jahren ein Jugendfreizeitheim. Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Rinteln nutzt das Kloster für den Sonntagsgottesdienst, die Kirche und für die Gemeindearbeit. Deshalb ist das Kloster Möllenbeck in der Regel nur von außen zu besichtigen.

    Direkt neben den denkmalgeschützten Gebäuden des Klosters Möllenbeck liegt die Domäne Möllenbeck mit dem Hofgarten und dem 2018 eröffneten Hotel. Gäste werden hier mit hausgemachten Torten, deftigen Brotzeiten und kühlen Erfrischungen verwöhnt und können in modern eingerichteten Zimmern in klösterlicher Umgebung übernachten.

    Öffentliche Klosterführungen finden von April bis Oktober jeden zweiten Sonntag um 11.15 Uhr statt. Für Gruppen, auch Kindergruppen, sind Termine auf Anfrage möglich: Pastorin Ute Schulz, [email protected], 05751 / 9935100.

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    ↓ 1 Min. zu Fuß (74 m) to the next station

  3. 3Kloster Möllenbeck

    Bereits in karolingischer Zeit wurde es als Kanonissenstift „mulinpeche“ (= Mühlenbach) am Südrand der fruchtbaren Weseraue gegründet. Im 15. Jahrhundert, nach einer langen Phase des geistlichen und wirtschaftlichen Niedergangs, wurde das Kanonissenstift Möllenbeck 1441 in ein Männerkloster der Augustiner-Chorherren umgewandelt. Die neuen Ordensleute widmeten sich auch der wirtschaftlichen Aufwertung des Klostergutes und begannen den Neubau des gesamten Klosters, der 1505 abgeschlossen werden konnte und bis heute fast vollständig erhalten geblieben ist. Das Kloster ist heute Eigentum der Evangelisch-reformierten Kirche. Es wird von der Ortsgemeinde auf vielfältige Weise genutzt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, beispielsweise können Besucher hier an einer Führung durch das Kloster teilnehmen.

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    ↓ 12 Min. zu Fuß (753 m) to the next station

  4. 4Die „Glashütte“

    An der Hessendorfer Straße gegenüber dem Friedhof steht, beginnend mit Haus Lemgoer Straße 35, eine Reihe von fünf gleichartigen Backsteinhäusern aus der Zeit um 1900. Die Häuser werden bis heute „Glashütte“ genannt, weil sie baulich einer gleichalten Siedlung an der Rintelner Glashütte entsprechen. Es handelt sich um vergleichsweise komfortable Arbeiterwohnhäuser, überwiegend für Ziegler. Wie Exten war Möllenbeck um 1900 von einer zunehmenden sozialen Durchmischung der Landbevölkerung mit Industriearbeitern geprägt.

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    ↓ 6 Min. zu Fuß (353 m) to the next station

  5. 5Pfarrhaus Möllenbeck

    Das heutige Pfarrhaus wurde durch den Klostervogt Heinrich Kahle im Jahr 1778 errichtet. Seine mächtige Giebelfront mit zwei ungewöhnlichen, doppelten Ständerreihen wie auch die seitliche Einfahrt in den rückwärtigen Wirtschaftsteil heben sich deutlich vom üblichen niedersächsischen Bauernhaus ab und deuten den höheren Stand des Erbauers an. Wohnen und Wirtschaften bleiben voneinander getrennt. Die nach Westen orientierte Wetterseite des Hauses wurde mit teuren Schieferplatten bedeckt. Sie stammten möglicherweise vom damals abgetragenen Dachreiter der Klosterkirche. Zwischen 1813 und 1841 diente das Gebäude als Gasthaus, seit 1841 ist es Pfarramt der Ev. reformierten Kirchengemeinde.

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    ↓ 7 Min. zu Fuß (449 m) to the next station

  6. 6Friedhof

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    ↓ 9 Min. zu Fuß (615 m) to the next station

  7. 7Findlingsgarten Möllenbeck

    An der Stelle des heutigen Findlingsgartens stand bis 1988 die alte Aufbereitungsanlage des Kieswerks Reese. Dort werden große Gesteinsblöcke, sogenannte „Findlinge“, präsentiert. Sie alle sind während des bereits 50-jährigen Kies- und Sandabbaus an der Weser zu Tage gefördert worden und zeugen von der letzten Eiszeit. Während dieser wurden sie von mächtigen Gletschern aus Skandinavien bis ins Weserbergland geschoben. Mehrere Informationstafeln berichten von der Herkunft die Findlinge, die einzigartige Geologie im Möllenbeck-Krankenhäger „Kames-Hügelland“ sowie über die lokale Flora und Fauna.

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    ↓ 22 Min. zu Fuß (1,4 km) to the next station

  8. 8Siedlung Hessendorf

    Hessendorf ist eine Reihensiedlung, die seit ihrer Gründung vor mehr als 350 Jahren im Wesentlichen unverändert geblieben ist. Sie entstand 1667-1673 auf Geheiß der hessischen Landgräfin Hedwig Sophie, die auf diese Weise einen Teil ihres Möllenbecker Domänenlandes „privatisierte“. Die häufig wenig effizienten landesherrlichen Betriebe konnten durch die Aufteilung in eine Reihe von ertragreichen Bauernwirtschaften zum Landeswohlstand und höherem Steuer- und Abgabenaufkommen beitragen. Die zumeist aus dem Lippischen angeworbenen Hessendorfer Neusiedler erhielten 16 etwa gleichgroße Besitzparzellen am Terrassenrand zur Weseraue. Bis heute ist die Siedlungsgestalt unverändert: Von Norden beginnend besaßen die Höfe Weiden und Wiesen, Baumhöfe und Gärten, Haus- und Hofflächen, südlich davon das Ackerland und schließlich einen Anteil am Genossenschaftswald.

    Hof Klemme, Hessendorf 1
    Das 1670 von Christoffer Nagel und Marie Brockmeier errichtete Bauernhaus gehört zu den ersten, die in Hessendorf gebaut wurden. Es befindet sich noch heute im Besitz der Nachfahren.

    Hof Klemme, Hessendorf Nr. 11
    Der 1674 gegründete Hof war zugleich Sitz einer hessischen Grenzförsterei, die über sechs Generationen in Familienbesitz blieb. An die Verbindung zu Forst und Jagd erinnert das stattliche Dielentor an der Nordseite des Hofes aus dem Jahr 1790. Die Balkenzier der Torpfosten zeigt statt Stern- oder Sonnensymbolik zwei springende Hirsche.

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Self-guided walk — follow the stations in order, each with a link to its location on the map.

Basisdaten: Zweckverband Touristikzentrum Westliches Weserbergland, Niedersachsen Hub (licence CC BY-SA)

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