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Waldwandelweg Torfhaus

4,1 km · ca. 65 Min.

Clausthal-Zellerfeld, Berg- und Universitätsstadt

Start in Torfhaus Richtung Brocken. Der Weg führt über den Rodelhang zurück zum Ausgangspunkt. Nahe Torfhaus im Nationalpark Harz veranschaulicht der WaldWandelWeg am Schubenstein auf rund 180 Metern eindrucksvoll die natürliche Entwicklung von einst bewirtschafteten Forsten hin zu vielfältigen, strukturreichen Wäldern. Der Kreislauf aus Wachstum, Verfall und Neubeginn schafft Lebensräume mit wechselnden Baumarten und Altersstrukturen. Störungen wie Windwurf oder Borkenkäferbefall gelten hier nicht als Schaden, sondern als natürlicher Impuls für die Regeneration des Waldes. Informationstafeln entlang des Pfades beleuchten die ökologische Rolle des Borkenkäfers im Bergfichtenwald und zeigen auf, wie Pionierarten wie Birke, Weide und Eberesche neue Lebenszyklen begründen. Ein Blick unter freigelegte Wurzelteller sowie Einblicke in junge Gehölzgruppen machen den Prozess des Waldwandels sichtbar. Der Weg vermittelt, wie sich aus scheinbar zerstörten Flächen eine dynamische, naturnahe Waldlandschaft entwickelt. Hinweis: Die Stationen des WaldWandelWegs werden im Winterhalbjahr saisonal abgebaut.

Stations (8)

  1. 1Torfhaus, Harz (Landkreis Goslar)

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    ↓ 13 Min. zu Fuß (951 m) to the next station

  2. 2Torfstich am Großen Torfhausmoor

    Kurz vor Torfhaus erreichen wir wieder das Große Torfhausmoor. Linkerhand fällt Ihnen im Hintergrund sicher die deutliche Geländekante in ca. 50 m Entfernung auf: hier wurde Torf abgebaut. Die mit Fichten und Zwergsträuchern bewachsenen Steilwände markieren die Grenze des Torfstichs und geben einen imposanten Eindruck von den heute 5 bis 7 m mächtigen Torflagern.
    Begonnen hatte man mit dem Torfstechen hier im 18. Jahrhundert, in der Blütezeit des Harzer Bergbaus, da die Holzreserven in den Harzwäldern erschöpft waren. Doch der Torfabbau war im rauen Klima des Harzes nie rentabel und wurde wenige Jahrzehnte später wieder eingestellt.
    Übrig geblieben ist jedoch der Ortsname Torfhaus der nahe gelegenen Siedlung, die Ihren Ursprung der Torfgewinnung verdankte. Ein erstes Gebäude namens Borkenkrug wurde 1713 errichtet. Es handelte sich offensichtlich um ein Wege- oder Forsthaus. Die heutige Bundesstraße 4 stellte schon damals eine viel genutzte Verbindung zwischen Harzburg und Nordhausen dar.

    Rechterhand von der Aussichtsbank können Sie einen Stichgraben erkennen, der ebenfalls aus der Bergbauzeit stammt. Er sollte helfen, das Moor zu entwässern und die forstwirtschaftlich nutzbaren Flächen zu erweitern. So wichtig dies seinerzeit für den unter Holzmangel leidenden Harzer Bergbau war, so nachteilig wirkt der Graben sich bis heute auf die angrenzenden Moore aus. Der Wasserhaushalt der Moore wurde empfindlich gestört. Durch die Entwässerung wird dem Torfkörper vermehrt Sauerstoff zugeführt. Es kommt zu einer rasanten Beschleunigung von Mineralisationsprozessen – der Torfkörper schrumpft. Kohlenstoff und andere Nährstoffe, die in Jahrtausenden im Torfkörper akkumuliert wurden, werden nun in wesentlich kürzeren Zeiträumen wieder freigesetzt und tragen in Form von Kohlendioxid und Lachgas zur Klimaerwärmung bei.

    Die Wunden der Vergangenheiten heilen nicht von heute auf morgen. Torfmoose siedeln sich erst nach und nach wieder an und halten das Moorwasser zurück. Kleinere Stichgräben wachsen auf diese Weise wieder ganz von alleine zu. Andernorts - wie hier am Torfhausmoor - helfen hölzerne Stauwerke nach, das Wasser in den Mooren zurückzuhalten. Die Wiedervernässung bildet die Voraussetzung für die langsame Regeneration des Moores.

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    ↓ 10 Min. zu Fuß (711 m) to the next station

  3. 3Willkommen auf dem WaldWandelWeg

    Auf dem WaldWandelWeg am Schubenstein können Sie sich ein Bild davon machen, wie der Harzwald der Zukunft aussehen könnte. Für den Menschen nur schwer zu akzeptieren: Der Wald entwickelt sich auch ohne uns prächtig. Im Kreislauf aus Werden, Wachsen und Vergehen entstehen im Nationalpark aus ehemals bewirtschafteten Forsten natürliche Wälder. Vollzieht sich dieser Wandel plötzlich, ist der Mensch beunruhigt, nicht aber die Natur. Sie nimmt es gelassen und nutzt jede Chance, um Leben hervorzubringen.
    Auf 180 Metern Bohlensteg erleben Sie bereits heute Ausschnitte aus diesem "Urwald von morgen": abgestorbene Fichten, umgeworfene Baumstämme, aufragende Wurzelteller aber auch frisches Grün von Fichten und Ebereschen, die ihre neuen Triebe gen Himmel recken. Moose, Gräser und Farne bedecken nicht nur den Erdboden, sondern auch Baumstämme und Wurzelteller. Zahlreiche Hinweistafeln begleiten Sie auf Ihrer Zeitreise und erklären die natürliche Entwicklungsdynamik im Bergfichtenwald. Die ehemals angepflanzten, eintönigen Forstwälder werden hier am Schubenstein von Mutter Natur – ganz ohne Zutun des Menschen - wieder in strukturreiche Bergwälder mit wechselnden Baumarten in unterschiedlichen Altersstufen zurückverwandelt.
    Natürliche Dynamik - der sogenannte Mosaik-Zyklus – ist der Schlüssel zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Wald. Windwurf, Insektenfraß und das natürliche Sterben der Bäume sind die treibenden Kräfte. Wenn alte Baumriesen im Bergfichtenwald umstürzen, wächst rasch wieder neuer Wald heran. Zuerst sind lichthungrige Ebereschen, Birken und Weiden zur Stelle, später folgt die Fichte. Nur der wie ein Mosaik aus unterschiedlichen Altersphasen zusammengesetzte Naturwald sichert das dauerhafte Überleben all seiner Bewohner.

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    ↓ 14 Min. zu Fuß (1 km) to the next station

  4. 4Wertvoller Wirtschaftswald – nutzloser Urwald?

    Mit Ausnahme von 2 bis 3 Prozent in Nationalparken und Naturwaldreservaten werden die Wälder in Deutschland vom Menschen forstwirtschaftlich genutzt – das heißt gepflanzt, gepflegt und geerntet. Die gesunden Bäume werden dann im besten Alter gefällt, um den wertvollen und vielseitigen Rohstoff Holz zu nutzen. Nach dem Einschlag entstehen Lichtungen, wie auch hier am Schubenstein. Dort verjüngt sich der Wald entweder natürlich und fast alle Gehölze die unwirtschaftlich sind, werden im Laufe der Jahre herausgesägt; oder der Wald wird neu gepflanzt: gleichartig, gleichaltrig und im gleichen Abstand. Der Jungwald wird ausgelichtet und wächst zum Hochwald – bis zur neuen Ernte.
    Ziel jedes Försters ist die bestmögliche Holznutzung entsprechend dem Klima, dem Boden und der Marktlage der Holzarten. Zur Ernte gehört auch das jagdbare Wild. Der schöne deutsche Wald, den wir kennen, ist der gut erschlossene und vom Förster gepflegte, "ordentliche" Wirtschaftswald.
    Ein Naturwald ist etwas völlig anderes! Hier holt man die Bäume nicht für Holz und Bretter heraus. Hier hat die Natur das Sagen. Das Wesen und die Dynamik eines Naturwaldes in den Hochlagen des Nationalparks Harz werden Sie auf Ihrer Wanderung zum Brocken eindrucksvoll erleben können.
    Zurück zu unserer Lichtung am Schubenstein. Der Nationalpark Harz ist ein Entwicklungsnationalpark. In Mitteleuropa, wo es kaum noch unberührte Landschaften gibt, können Waldnationalparke oft nicht sofort auf ganzer Fläche ihrer natürlichen Dynamik überlassen werden. Im Harz wurden während der Bergbauzeit viele Buchenwälder abgeholzt und später durch Fichtenforste ersetzt. "Entwicklungshilfe" ist notwendig, um die Fichtenforste schrittweise wieder in Buchenwälder oder wie hier am Schubenstein in natürliche Buchen-Fichtenmischwälder umzuwandeln. Dafür werden in Lagen unterhalb 750 Metern auch im Nationalpark an manchen Stellen Buchen, Bergahorn und an feuchteren Stellen auch Erlen neu angepflanzt.

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    ↓ 9 Min. zu Fuß (648 m) to the next station

  5. 5Stehen Fichten im Harz auf Stelzen?

    Haben Sie die alte Bergfichte am Wegrand entdeckt? Als junges Bäumchen hat ihr vor langer Zeit ein umgestürzter Baumstamm als Keimbeet gedient. Deshalb steht sie heute auf "Stelzen".
    Dort, wo Kraut- und Strauchschicht den Waldboden dicht bedecken, haben es Baumkeimlinge oft schwer. Da sie von höher gewachsenen Pflanzen teilweise zugedeckt werden, erhalten sie weniger Sonnenlicht.
    Pflanzen, die auf umgestürzten Baumstämmen – also auf einer erhöhten Stelle – wachsen, profitieren von diesem "Keimbeet" in vielerlei Hinsicht: Es dient nicht nur als Nahrungsquelle, sondern erhebt die Keimlinge von Anfang an über umgebende Gräser, Kräuter und Zweige hinaus. Nach mehreren Jahrzehnten erkennt man oft nur noch an den Stelzenwurzeln des jungen Baumes, dass ihm ursprünglich ein umgestürzter Baumstamm als Keimbeet diente. Das Keimbeet ist dann verrottet. Der "Kreislauf des Lebens" ist geschlossen. Eine der Aufgaben des Naturschutzes im Nationalpark ist es, diesen Prozess zuzulassen.

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    ↓ 11 Min. zu Fuß (824 m) to the next station

  6. 6Torfhaus

    Touristisches Zentrum, hervorragender Ausgangspunkt zur Besteigung des Brocken auf dem Goetheweg.

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    ↓ 11 Min. zu Fuß (788 m) to the next station

  7. 7Private Hütte in den Deutschen Mittelgebirgen | 20.10.2011

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    ↓ 12 Min. zu Fuß (881 m) to the next station

  8. 8Harzturm

    Umringt von Natur und mitten in der Harzer Landschaft erhebt sich der 65 m hohe Harzturm auf Torfhaus. Die hölzerne Turmschraube imitiert einen hohlen, drehwüchsigen Baumstamm.

    Wer den Harzturm besteigt oder den Aufzug benutzt, kommt auf zwei 360° Panoramaaussichtsplattformen an, die einen einzigartigen Blick zum Brocken und auf den gesamten umliegenden Harz und den Nationalpark bieten. Der Harzturm ist bis zur ersten Plattform barrierefrei.

    Aus dem Bauwerk führt ein gläserner Skywalk, der in 45 m Höhe für einen besonderen Nervenkitzel in schwindelerregender Höhe sorgt. Hinunter geht es im Aufzug oder per Treppe. Abenteuerlustige nutzen hingegen die Erlebnisrutsche „Rasantia“, die aus Edelstahl die Turmschraube umschlingt. Die Nutzer erwartet eine Rutschpartie mit einer Länge von 110 Metern mit rasanten Kurven und magischen Sound- und Lichteffekten.

    Der Turmzugang wird durch das lichtdurchflutete Eingangsgebäude, welches vornehmlich aus Holz errichtet ist, erreicht. Im Gebäude befinden sich unter anderem Serviceräume und ein Souvenirshop.
    Alle Informationen zum Harzturm gibt es auf https://harzturm.de (https://harzturm.de).
    Im Podcast "Der Harz hinter den Kulissen" (https://letscast.fm/sites/der-harz-hinter-den-kulissen-c19ad4e2/episode/thomas-engelken-allrounder-am-harzturm)nimmt uns Thomas Engelke, dem "Allrounder" vom Harzturm, mit auf den Turm und erklärt seine Besonderheiten.

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Self-guided walk — follow the stations in order, each with a link to its location on the map.

Basisdaten: Tourist-Informationen Oberharz, Niedersachsen Hub (licence CC BY)